* Schatzgrube - Eine erst Selbstbeschreibung

Wer erzählt unsere Geschichte/n weiter, wenn wir nicht wenigstens versuchen sie festzuhalten?

Am 7. und 8. September 2019 lädt die die Künstlerin Jana Kühn (www.janakuehn.de) in die BAUERei in Potsdam-Grube in der Wublitzstraße 11 (ehemals Krause's Kneipe) zu einem besonderen Projekt ein.

Am Samstag den 7. September 2019 um 15 Uhr treffen sich an einer Kaffee- und Kuchentafel Dorfbewohner*Innen aus Potsdam-Grube und dem Umland, alt und jung, tauschen Geschichten über den Ort und seine Menschen aus, entdecken Altes und Neues, erzählen, schreiben, hören zu, genießen die kulinarischen Mitbringsel. Mit Schreib- und Erzähl-Spielen halten wir die individuellen Geschichten fest. Vorerfahrung im Schreiben oder Geschichten erzählen ist nicht nötig nur Neugier, etwas Mut und ein Gegenstand über den es sich gut erzählen lässt. Dabei kann es sich um ein altes Foto, einen Dachbodenfund, eine Postkarte oder eine historische Landkarte handeln. Wer eine Speise zur Tafel bringen möchte, darf dies gern tun. Jede/r ist willkommen.

Am Sonntag den 8. September 2019 um 10 Uhr geht es weiter mit einem spielerischen Mal- und Erzählspaziergang für Kinder (auch Große). Wir beschreiben unsere Lieblingsplätze, erfinden Geschichten über den Storch und seine Frau, malen erinnernd unsere Abenteuer, die wir in der Gegend erlebt haben und visionieren ein Dorf Grube ohne Autobahnzubringer-Straße. Am Ende entsteht eine kleine Hörcollage mit Bildern und Kritzeleien. Für Mittagessen wird gesorgt sein. Bei schlechtem Wetter findet es in der BAUERei statt.

Vom 2. - 19.September 2019 werden zudem mobil Geschichten an der Haustür gesammelt. Welche Dinge möchten wir weitererzählen? Wie wollen wir in Erinnerung bleiben? Gemeinsam eröffnen wir ein lebendiges Geschichtenarchiv. Wer eine Geschichte beitragen möchte oder für ein Interview bereit ist, kann sich gern persönlich bei der Künstlerin melden.

Anlässlich des Dorffestes am 21. September 2019 um 18 Uhr können einige der Geschichten in Bild und Ton präsentiert werden.

Jana Kühn ist Schauspielerin, Musikerin und Theaterspielleiterin. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Kunst des Erzählens. Geschichten und Geschichte stellt sie in den Mittelpunkt ihrer künstlerischen Forschung. Mit Mitteln des Biografisch-dokumentarischen Theaters ergründet sie die Beziehung zwischen Mensch und Raum, macht Diversitäten und Multiperspektiven wahrnehmbarer. Sie arbeitet gern mit Expert*Innen des Alltags. Sie wohnt selbst in Potsdam-Grube und gibt mit dem Projekt einen ersten Impuls zur Selbstbeschreibung eines sich wandelnden ländlichen Raumes.

Treffpunkt ist jeweils die BAUERei (Wublitzstraße 11, 14469 Potsdam)

Anmeldung erwünscht!

Für mehr Informationen und eine Anmeldung melden Sie sich gern bei

Jana Kühn unter 0176 20 744 108 oder jana.kuehn.kulturarbeit@gmail.com

oder kommen Sie persönlich in der BAUERei vorbei.

Das Projekt zum Kulturellen Gedächtnis wird gefördert von der Stadt Potsdam.

 

Zur BAUERei:

Die BAUERei ist ein Wohnprojekt im dörflichen Potsdam-Grube.
Potsdam-Grube ist ein eingemeindetes Dorf, im Landschaftsschutzgebiet „Potsdamer Wald- und Havelseengebiet“ und hat 437 Einwohner*Innen. In der BAUERei, eine ehemalige Dorfgaststätte mit Kultursaal, wird durch Lene und Matthias seit 4 Jahren mit Eifer wiederbelebt und soll neuer-alter Mittelpunkt des Dorfes werden. So werden hier neben Bürgermeister*Innenwahl und Apfelernte mit Erntedankfest auch Vorpremieren für die Dorfgemeinde der berühmten Wandertheatergruppe Ton und Kirschen, die im Saal jährlich Neues probt, auf ehrenamtlicher Basis ausgerichtet. Die neugegründete Solidarische Landwirtschaft mit kleinem Unverpackt-Laden von Nico und Sabeth hat hier seit 2018 Platz gefunden und versorgt Potsdamer Bewohner*Innen mit frischem Gemüse. In der BAUERei wohnen drei Kinder verschiedenen Alters. Seit Oktober 2018 wohnt auch die Kulturarbeiterin, Künstlerin und Antragstellerin Jana Kühn in der Bauerei. Der Bedarf eines gemeinschaftsstiftenden, ortsbezogenen, nachhaltigen Projekts wurde gemeinsam formuliert.

Die alten Dorfstrukturen treffen auf den Autobahnzubringer, Städter*Innen auf Dörfler*Innen, Landschaft auf Industrie. Viele Bewohner*Innen wohnen schon sehr lange in Grube, manche sind erst vor kurzem zugezogen. Die Kirche lädt zu Gottesdiensten ein. Ein ehrenamtlicher Dorfarchivar kümmert sich um hinterlassene Fundstücke wie Texte und Fotografien, die, wie in der Bauerei, wohl auch in dem ein oder anderen Haus zu finden sind. Eine fast vergessene Dorfkultur am Rande Potsdams als Teil der Stadt oder gar Stadtteil?

Gern melden unter jana.kuehn.kulturarbeit@gmail.com

  • Schatzgrube